Vorstellung Ergebnisse Bürgerwerkstatt zum 2. Bauabschnitt der Kesselsdorfer Straße und Einarbeitung in Stadtraumgestaltung

Nach langem Warten fand am 9. Januar endlich die Präsentation der Ergebnisse zur Bürgerwerkstatt (über die wir berichteten) und die Einarbeitung der Ideen in die Stadtraumgestaltung des 2. Bauabschnitts der Kesselsdorfer Straße zwischen Reisewitzer Straße und Rudolf-Renner Straße statt.

In der bereits am 3. Juni stattgefundenen Bürgerwerkstatt, die erst durch die Einforderung u.a. unserer Bürger*inneninitative, dem ADFC e.V. und des FUSS e.V. zu stande kam, wurde vor allem eins deutlich:

  • Anwohner*innen wünschen sich eine maximal mögliche Begrünung
  • Reduzierung von Fahrspurbreiten zugunsten des Radwegenetzes
  • Einschränkung von Parkplätzen
  • Vielfältige Ausstattung des Stadtraums u.a. mit Radabstellplätzen, Bänken, Trinkbrunnen u.s.w. Das Protokoll lässt sich auf der Seite der Landeshauptstadt Dresden finden.

Die Ideen wurden durch das Architektenbüro Kretzschmar & Partner in die bestehende Planung eingebunden und im Stadtbezirksbeirat präsentiert.

Im unteren Teil der Kesselsdorfer Straße (zwischen Reisewitzer Straße und Wernerstraße) wurden dabei viele Ideen berücksichtigt. U.a. sind in einer ersten Darstellungen mehr als 30 Baumneupflanzungen vorgesehen. Unser Eindruck für diesen Abschnitt

positiv:

  • zahlreiche Baumpflanzungen
  • begrünte Baumscheiben zur Erhöhung des Gesamtgrünanteils
  • zahlreiche Fahrradbügel u.a. vor jedem Geschäft
  • zentraler Punkt für Bike-Sharing
  • Straßeneinmündungen z.B. Poststraße werden als Gehwegüberfahrten gestaltet
  • das bunte Pflaster des 1. Bauabschnitts der Zentralhaltestelle wird fortgesetzt und unterstreicht die Bedeutung der gesamten Kesselsdorfer Straße als Stadtteilzentrum
  • zahlreiche Sitzmöglichkeiten auch im Schatten der geplanten Baumpflanzungen
  • Trinkbrunnen als Skulpur / Kunst im öffentlichen Raum
  • Grundstückszufahrten ohne Pflaster zur Verbesserung der Barrierefreiheit
  • Weiteres Mobilar vor Geschäften soll möglich sein – hier ist die Eigeninitiative der Betreiber*innen der Läden gefragt

negativ:

  • der gewünschte Wochenmarkt z.B. an der Freifläche zur Poststraße kann auf Grund des privaten Grundstücks nicht berücksichtigt werden
  • die im Stadtbezirksbeirat sehr gute und detailgenaue Präsentation ist nicht öffentlich einsehbar

Leider lässt sich der positive Eindruck zum unteren Teil nicht auf den oberen Teil (zwischen Wernerstraße und Rudolf-Renner Straße) übertragen. Hier wird leider wieder auf das in Dresden bekannte Stadtbild bei Straßenneuplanungen zurückgegriffen – Verlust von Stadtgrün & maximale Straßenbreite.

Positiv:

  • Fortsetzung des genutzten Pflasters, jedoch nicht mehr in der Farbenbreite

negativ:

  • kaum Berücksichtigung der Ideen aus der Bürgerwerkstatt
  • keine Baumpflanzungen auf Grund der geringen Gehwegbreite durch die Straßenverbreiterung
  • kein Stadtmobiliar
  • Verlust von Stadtgrün durch Verbreiterung der Straßenbreite

Fazit:

Die massive Verbreiterung der Fahrspuren im Bereich zwischen Wernerstraße und Rudolf-Renner Straße führt dazu, dass auf den dann übrigen Gehweg keine Baumpflanzungen möglich sind. Die stadtraum bezogene Planung durch Sanierung in den Bestandsbreiten und Herausnahme des KfZ-Vekehrs führt zu zahlreichen neuen Möglichkeiten, unsere Stadtteilzentren als lebendige Räume zu gestalten. Die hohe Resonanz der Bürgerwerkstatt und die zahlreichen Ideen verdeutlichen, dass die Menschen vor Ort ein hohes Interesse an der Gestaltung ihrer Nachbarschaft haben und in der Lage sind, ihre Bedürfnisse zu formulieren.

Wir sind bestärkt in unserem Anliegen, auch im oberen Bereich der Kesselsdorfer Straße ab der Wernerstraße eine vierspurige Schnellstraße zu verhindern.

Weitere Schritte:

Nach der nun vorgelegten Stadtraumplanung steht die Verkehrsplanung an. Bei dieser ist besonders darauf zu achten, dass die Ideen der Anwohner*innen nicht verloren gehen und weiterhin Bestand haben. Die geäußerten Wünsche nehmen wir zum Anlass, um die beschlossene 4-vierspurige Verbreiterung ab der Wernerstraße kritisch zu hinterfragen. Schon jetzt ist sichtbar, dass es keine Staus und längeren Wartezeiten für Autofahrer oder Straßenbahnen in diesem Abschnitt kommt. Ein weitere Ausbau und Verlust von Stadtgrün widerspricht den Wünschen der Löbtauer*innen und ist nicht zeitgemäß!

Veröffentlichung 16. Januar 2020